| Chemische Behandlung (Pyrethrum und chemische
Verwandte)
Chemische Behandlungsmethoden bei Kopfläusen sind im
Allgemeinen das Aufbringen von pestizidhaltigen Lotionen, Pudern, Sprays oder
Gelen auf das Kopfhaar. Sie haben die sicherste Wirkung gegen Lausbefall.
Mittels chemischer Reaktion mit den Nissen und Läusen selbst durchdringen sie Ei
und Laus und töten diese so ab. Die Wirkstoffe können unterschiedlich sein, in
jedem Fall ist die Behandlung aber zu wiederholen, um auch frisch geschlüpfte
Läuse abtöten zu können. Eine Nachbehandlung erfolgt typischerweise nach etwa
einer Woche bis 10 Tagen. Durch mehrmaliges Auftragen in kurzen Zeitabständen
erhöht sich nicht die Wirksamkeit. Die Anwendung muss unbedingt entsprechend der
Packungsbeilage erfolgen.
Trotz der normalerweise festgestellten hohen Effizienz der
chemischen Behandlungsmittel hat sich jedoch in den letzten Jahren die
allgemeine Skepsis gegenüber dieser Methode vergrößert und das aus mehreren
Gründen: Zunächst wurde beobachtet, dass Läuse und Nissen bei mehrmaliger
Behandlung mit chemischen Mitteln gegenüber dem Mittel resistent werden können.
Nachgewiesen wurde eine Resistenz gegen den Wirkstoff Pyrethroid. Nissen wie
Läuse werden bei Resistenz nicht vollständig oder gar nicht abgetötet. Darüber
hinaus gibt es Bedenken gegen die chemische Behandlung bei kleinen Kindern, da
hier Nebenwirkungen besonders auszuschließen sind. Außerdem sind die Mittel
unangenehm in der Behandlung. Der Preis der Behandlungsmittel und die heute
bereitstehenden alternativen nicht-chemischen und natürlichen Behandlungsmittel
sind weitere Gründe für eine wachsende Ablehnung gegenüber den chemischen
Behandlungsmitteln.
Pyrethrum
Die chemische Behandlung kann zum Beispiel mit Pyrethrum
erfolgen. In diesem Mittel sind die Wirkstoffe Pyrethrine, Cinerine und
Jasmoline enthalten. Die Wirkung erfolgt als so genanntes Kontaktgift und wirkt
auf die Nervenzellen der Läuse ein. Dabei werden die Natriumkanäle in den
Nervenmembranen blockiert. Pyrethrum ist sehr giftig für alle Insektenarten. Es
wird eingesetzt gegen Mücken und Fliegen, Schaben, Ameisen und insbesondere
gegen Tierflöhe und Kopfläuse. Ein Beispiel für ein kommerziell erhältliches
chemisches Behandlungsmittel gegen Kopfläuse mit dem Wirkstoff Pyrethrum ist
z.B. "Goldgeist forte", das Mittel enthält über den aus Chrysanthemenblüten
gewonnenen Wirkstoff Pyrethrum hinaus noch die Wirkungsverstärker Piperonylbutoxid,
Chlorkresol
große Mengen an Diethylenglykol.
Ein weiteres Beispiel ist "Jacutin N Spray". Es enthält Allethrin mit
Piperonylbutoxid kombiniert. "Infecto Pedicul" ist ein weiteres Mittel auf der
Basis von Pyrethrum.
Lindan
Ein weiterer Wirkstoff ist Lindan. Behandlungsmittel mit diesem
Wirkstoff sind rezeptpflichtig. Es wirkt ebenfalls schädigend auf die
Nervenzellen der Läuse, hat sich aber wegen seiner Nebenwirkungen, wie der
Nervenschädigung und Krampfanfällen bei Kindern nicht durchgesetzt. Es besteht
auch Krebsgefahr. Alle Arzneimittel mit diesem Wirkstoff (z.B. Jacutingel und
Quellada H Shampoo) werden Ende 2007 im Rahmen einer neuen EU Richtlinie vom
Markt genommen.
Permethrin
Permethrin ist ebenso ein weiterer Wirkstoff zur Behandlung von
Lausbefall. Infectopedicul ist ein zugelassenes Arzneimittel mit diesem
Wirkstoff, diskutiert werden aber die giftigen Nebenwirkungen beim Menschen.
Außerdem zugelassen sind Goldgeist forte und Jacutin N Spray.
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